Gabi und Sascha
Kategorien : Alle | Berlin | Bücher | Fotografie | Java | Linkhalde | Weichware | Verfassung
Vom Abbilden zum künstlerischen Ausdruck

[BUCH COVER] Ein Fotobuch. Mit gar nicht mal vielen Fotos. Sehr viel Text. Ein Buch über die Fotografie von jemanden der Fotografie theoretisch durchdrungen hat. Nicht Bildaufbau, Komposition und den ganzen Kram, der immer wieder durchgekaut wird und nichts wirklich Neues bringt. Sondern die Kunst - oder besser - den Kunstbetrieb dahinter. Verständlich geschrieben, spannend. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Es öffnet die Augen wenn sie noch nicht geöffnet waren. Du kannst noch so viel Talent haben, noch so gut sein, wenn du nicht verkaufen kannst, dich und das was du machst, krebst du auf Hartz Ⅳ Niveau vor dich hin. Und selbst wenn du es kannst, nur ein Handvoll Fotografen darf wirklich erfolgreich sein. Mettner beschreibt eindrucksvoll warum dem so ist.

Die Werke von Dorothea Lange, Walker Evans, Cartier-Bresson und Eugène Atget werden besprochen und erklärt, warum es heute so etwas nicht mehr geben wird - weil die Werbegelder erst von der Zeitung des gedruckten Reportagebildes ins Fernsehen gewandert sind. Und jetzt weiter wandern ins Internet. Es werden moderne Fotografen besprochen und gezeigt. Am meisten hat mich Corey Arnold fasziniert mit seinen Bildern vom Fischkutter. Am wenigsten übrigens Olaf Otto Becker mit seinen Gletscherbildern - oder mit abgewandelten Worten Henry Cartier-Bressons geschrieben: der fotografiert doch nur Eis.

Das Buch ist eine wahre Fundgrube an Inspiration und Information. Wenn ihr noch was für Weihnachten sucht, findet dieses Buch.

Das Buch ist im Fotofeinkost Verlag erschienen, kostet 39,80€ und ist jeden Cent wert.

ISBN-13: 978-3-9813869-1-2

"Automatisierung dienstorientierten Rechnens durch semantische Dienstbeschreibungen" bei Amazon gefunden. Ins Buch geschaut. Und das steht in grossen Letter: Don't pa… CC BY-NC-ND 2.0. Also Autor (Michael Klein), Automatisierung und Karlsruhe beim Google eingegeben und schwups liefert der Uni-Server das PDF. Über 50 Euronen gespart.

[BUCH COVER] Nerd Attack! ist ein kurzweilig zu lesendes Buch. Ein Generationenbuch. Es liesst sich wie ein Teil meiner Biografie. Auch bei mir hat alles mit einen C64 angefangen. Es ging weiter über Phantasy, Mailboxen mit Akkustikkoppler, Modem, FidoNet, Co-SysOp (fragt mich aber nicht mehr wie die Box hiess), Internet und haste nicht gesehen. Dem Buch nach zu urteilen eine ganz normale Mittelstandskindheit und -jugend. Ein paar Dinge wurde wieder aufgefrischt («German Cracking Service», «Dynamic Duo»), weniges war neu. Den ganzen Rollenspielteil habe ich ausgelassen - mein Bruder hat ihn übernommen und übererfüllt. Dank ihm dafür.

Das Buch erklärt anderen wieso ich denke wie ich denke. Wieso ich ich über ein Piratenpartei Plakat mit dem Slogan «1337-Kultur statt Leitkultur» lachen kann. Warum für mich Wikileaks kein Verrat sondern nur die Quintessenz des «Information muss frei sein» Gedanken ist. Warum mich Apple inzwischen ankotzt und Napster für mich keine Überraschung war.

Es wurde einiges über den Titel geschrieben. Insbesondere Thomas Knüwer echauffiert sich über den Titel. Meinetwegen ist der Begriff Nerd im angelsächsischen ein Schimpfwort. Na und? Who the fuck cares? Wir haben es halt anders adaptiert. Ob sie mich nun Nerd, Geek oder Freak nennen; es ist doch immer das Gleiche gemeint: Spinner. Ich kann mit Nerd leben. Zum Glück ist es kein bescheuerter Buchtitel wie «Generation C64» geworden.

Für jemanden mit ähnlicher Biografie wie meine lohnt sich das Buch nur bedingt auch wenn es flüssig zu lesen ist. Wer keinen C64 hatte, wer Tom Bombadils Abenteuer nicht kennt und für den das Internet aus Google, Amazon, EBay und Facebook besteht, für den ist das Buch ein muss.

ISBN-13: 978-3421045096

[BUCH COVER] Rebus ist zu Ende geschrieben. Trotzdem schreibt Ian Rankin natürlich weiter. Sein aktueller Kriminalroman spielt wieder in Edinburgh. Und er ist durchwachsen.

Mike MacKenzie ist gelangweilter Selfmademillionär. Er hat sein Computerunternehmen verkauft und widmet sich jetzt dem Sammlen von Kunst. Aber es gibt Kunstobjekte, die kann sich auch ein Millionär nicht leisten. Diese Kunstobjekte hängen im Museum oder lagern in den riesigen Archiven der Museen. Warum sie nicht daraus befreien? Mike MacKenzie will sie befreien und tut dies auch.

Der MacKenzie Coup beginnt langsam. Die Protagonisten und die Handlung wird gemächlich eingeführt. Für meinen Geschmack zu gemächlich. Dafür kommt die Durchführung des Überfalls auf das Archiv der schottischen Nationalgalerie plötzlich sehr schnell, ohne dass der Leser von allzu detaillierten Planungen behelligt wird. Dann aber nimmt der Roman an Fahrt auf. Wird schnell und es entspannt sich eine faustische Geschichte, bei der MacKenzie den Zauberlehrling gibt.

So stark das Mittelspiel des Romans ist, so flach und hollywood-like ist dann der Schluss. Eine zu spät erkannte Liebe rundet den durchschaubaren Kitsch am Ende ab. Da spielt die eigentliche Pointe schon keine wirkliche Rolle mehr.

Der MacKenzie Coup ist ein Kriminalroman, den ich nicht unbedingt weiter empfehlen kann. Dafür reicht das komplexe Spiel der Abhängigkeiten im Mittelteil nicht aus.

ISBN-13: 978-3442546510

[BUCHCOVER] Kind 44 ist der Debütroman von Tom Rob Smith. Für ein Debüt sehr gut und trotz der brutalen Handlung (Kindermorde am laufenden Meter) zu empfehlen. Das Buch ist eine Mischung aus Krimi und Polit-Thriller. Es spielt im letzten Jahr der Stalin-Diktatur in der UdSSR. Dabei verarbeitet Smith grob die Geschichte des Massenmörders Andrej Tschikatilo, die er in dieses finsterste Kapitel der russischen Geschichte verlegt.

Die erste Hälfte des Buches beschreibt das Leben in der Sowjetunion jener Jahre. Die Überwachung, das Misstrauen aller gegen alle, die ganzen Widersprüche eines totalitären Systems. Der Archipel Gulag und Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch lassen grüssen. Smith hat sich für seine klaustrophobische Geschichte eine dankbare Zeit ausgesucht und beschreibt den Zynismus und die Brutalität jener Zeit sehr anschaulich.

Im zweiten Teil geht es dann um die eigentliche Jagd nach dem Mörder. Dabei wird der Jäger Leo – ein in Ungnade gefallener Mitarbeiter des KGB Vorgängers MGB – selbst immer mehr zum Gejagten. Der Spannungsbogen steigt ruhig aber stetig an, mündet dann leider in einer etwas platten Auflösung des Verbrechens.

Ein paar mal hatte ich den Eindruck, das Smith die Geschichte nicht logisch im Griff hat. Immer wieder hat es dafür dann wieder sehr tiefgründige Erklärungen gegeben. Diese Ebenen der Geschichte empfand ich als wohltuend. Sie heben sich ab von dem, was heute allgemein als Thriller verkauft wird: platte Handlungen mit zu vielen Zufällen, allwissenden Superagenturen und/oder blödsinnigen Supermaschinen wie in Dan Browns Illuminati.

ISBN-13: 978-3832180560

[BUCHCOVER] Nö, das war nix. Ganz und gar nix. Ein unspektakuläres Buch ist «Quellcode». Der Titel hat nichts mit dem Inhalt zu tun; die spannende Spionagegeschichte, die das Cover suggeriert, findet auch nicht statt.

Ein Container wird durch die Weltmeere geschippert und eine handvoll Leute ist an seinem Inhalt interessiert. Dabei weiss kaum jemand was genau in der Blechbüchse ist (100 Millionen Dollar, soviel sei verraten). Die Protagonisten sind – wie bei Gibson üblich – kurz, knapp und ausreichend beschrieben. Nur, was eine Ex-Rocksängerin, Locative Media Künstler und Medikamentenjunkies, mit der Geschichte zu tun haben: nur der Autor scheint es zu wissen. Am Ende wird die Geschichte noch langweiliger und durchschaubarer als dieser kurze Verriss.

ISBN-13: 978-3608937695

[BUCHCOVER] Andrew ist eine multiple Persönlichkeit im Körper von Andy Gage. Andy ist eigentlich Andrea, wie der Leser nach ein paar hundert Seiten erfährt. Andrew führt ein ruhiges Leben in einer Kleinstadt bei Seattle - zusammen mit den anderen Seelen in seinem Kopf. Gemeinsam haben sie ein Haus im Körper gebaut und kommen einigermassen miteinander aus. Ihr Leben gerät wieder einmal aus den Fugen, als Andrews Chefin Penny einstellt. Penny ist ebenfalls eine Multiple, nur weiss sie nichts davon.

Es ist mein zweieinhalbtes Buch von Matt Ruff. Zuerst habe ich »G.A.S.« gelesen. Begeistert von Ruffs Phantasie habe ich sein Erstlingswerk »Fool on the Hill« begonnen, aber keinen Zugang gefunden und beiseite gelegt.

»Ich und die anderen« ist ein anderes Buch, kein Fantasie-Buch. Es beginnt komisch und wird immer brutaler. Es ist eine Reise in die Vergangenheit von physisch und psychisch gequälten und missbrauchten Kindern. Es ist so brutal, dass ich in einer Nacht schlecht geschlafen und das Buch im Traum verarbeitet habe. Trotzdem fesselt das Buch bis zur letzten Seite.

ISBN-13: 978-3423208901

[COVER] Habe seit ein paar Wochen wieder das starke Bedürfnis nach Schnulzenlektüre. Was leichtes zu lesen, einfach so fürs Herz. Zum Einstieg erstmal Nora Roberts gelesen. «Die Sehnsucht der Pianistin» ist da sehr zu empfehlen, da es schon sehr schnulzig zugeht.

Aber ich brauchte mehr, viel mehr. Also Amazon angeklickt und rumgeschmökert. Da stieß ich auf eine Empfehlung: Schnulzig mit frechen Dialogen versehen und fünf Sternen, da mußte ich zugreifen. Nur leider habe ich zu spät gesehen, dass es das Buch auch auf Deutsch gibt. Aber egal, diese tiefgründige Geschichte kann ich auch mit meinem verstaubten Schulenglisch gerade noch verstehen ;-)

Hier eine Kostprobe: His hot breath touched her mouth. She was reminded of the taste of him when he kissed her on his bedroom flor. Wild, exotic, heady - male. It had been so satisfying. It was satisfying now.

Aus dem Buch: «The Pirate Next Door» von Jennifer Ashley, S. 20. In deutscher Sprache lautet der Titel: «Mein leidenschaftlicher Pirat»

Da das Buch nicht sehr umfangreich ist, würde ich sagen, es reicht für ein schönes Wochenende auf dem Sofa mit einer Kanne Tee. Viel Spaß…

[COVER] Die Fremdenlegion. Basis von Abenteuer und Mythen. Mit diesem Bild räumt Frank Schätzing in seinem Buch «Die dunkle Seite» auf. Die Fremdenlegion ist das was jede Armee ist, eine Tötungsmaschinerie. Mehr positives ist über den Thriller nicht zu schreiben.

Die Geschichte um die Super-Detektivin Vera Gemini ist langweilig, langatmig und öde geschrieben. Auf den ganzen 520 Seiten kommt nicht einmal soetws wie Spannung auf. Das Gegenteil ist der Fall. Lange Dialoge werden unterbrochen durch noch längere Monologe des Autoren. Der erhobene Zeigefinger von Schätzing nervte mich schon in «Der Schwarm». Die eigentliche Spannung so vorhersehbar wie das Ende eines Rosamunde Pilcher Romans.

Ich habe durchgehalten und das Buch zu Ende gelesen. Normalerweise mache ich das nicht bei Büchern die mich langweilen. Ich habe es zu Ende gelesen, weil ich hoffte, dass da doch noch was besonderes kommt. Aber es kam nichts.

Wenigstens Frau konnte der Geschichte etwas Spannung abgewinnen. Ansonsten ist der Kauf des Werkes rausgeschmissenes Geld.

[BUCHCOVER] Der zweite Krimi nach «Die Chemie des Todes». David Hunter soll einen Leichenfund auf der kleinen Insel Runa untersuchen. Ein Mensch ist verbrannt worden - langsam, bei niedrieger Temperatur. Er ist verbrannt wie eine Kerze, am Ende blieben Hand und Füsse unversehrt. David Hunter soll feststellen, ob es sich überhaupt um Mord handelt. Die Geschichte wird dann sehr schnell sehr spannend, an einigen Stellen aber auch durchschaubar: wer den Vorgängerband gelesen hat, der weiss, dass es Tote gibt und zwar reichlich, wenn Beckett die Ich-Form der Erzählung verlässt. Auch ist die Geschichte diesmal noch mehr auf eine Verfilmung zugeschnitten.

Am Ende des Buches hat Beckett fast alle Personen in den Kreis der Verdächtigen aufgenommen und es hat eine Menge verbrannter Leichen gegeben. Wer dann der Mörder ist sei hier nicht verraten - aber auch hier greift Beckett auf ein Element des Vorgängers zurück. Ich hoffe, dass er dies beim nächsten David Hunter Krimi nicht macht, denn sonst wirkt es zu durchschaubar. Und einen nächsten Band gibt es, denn das Buch endet mit einem Cliffhanger.

Empfehlenswert? Ja. Die Geschichte ist unterhaltsam, auch wenn Beckett mir zuviel Muster aus «Die Chemie des Todes» übernommen hat. Dadurch wird das Bild etwas getrübt und die Story durchschaubarer.

ISBN-13: 978-3805208123

[COVER DES BUCHES]

Nix. Das war gar nix, Mr. Pratchett. Ein Buch, flach wie die Scheibenwelt, langweilig und durchschaubar.

Klonk! ist das Geräusch einer Trollkeule, die auf einen Zwergenkopf knallt. In Ankh-Morporks Zwergengemeinde kommt es zu nicht natürlichen Todesfällen. Todesursache: eingeschlagener Schädel. Die Stadtwache ermittelt. Am Ende - welch Überraschung - es war kein Troll.

ISBN-13: 978-3442546169

 
[COVER DES BUCHES]

Nach «Kleine freie Männer» und «Ein Hut voller Sterne» das dritte Buch über Tiffany, die Hexe in Ausbildung. In dem Buch geht es darum erwachsen zu werden und die Schwierigkeiten, die ein Teenager damit hat. Pratchett schreibt gewohnt dicht. Die Geschichte ist amüsant, mit netten Untertönen und vielen Seitenhieben auf die Oberflächlichkeit und Dummheit der Menschen. Hexerei ist zum Grossteil ausnutzen dieser Dummheit.

Die Handlung ist einfach gestrickt und ohne nennenswerte Überraschungen. Tiffany tanzt verbotenerweise mit dem Winterschmied, der sie für die Sommerfrau hält. Er umgarnt sie und will sie für sich gewinnen. Dies muss natürlich verhindert werden, damit auf der Scheibenwelt nicht der ewige Winter herscht. Nach den ersten beiden Bänden der Reihe ein leichter Abfall der Qualiät. Das Thema Tiffany scheint ausgereizt.

Egal wie gut oder schlecht ein Scheibenweltbuch ist. Auch das nächste werde ich wieder lesen.

ISBN-13: 978-3442445424

 
[COVER DES BUCHES]

Stell dir vor, du wirst von Aliens entführt und anal sondiert. Keiner würde dir glauben. Genau dies passiert John O. Banion. Der angesehene und gefürchtete Talkshowmaster wird von (absolut menschlichen) Mitarbeitern der topgeheimen US-Regierungsorganistation Majestics Twelve versehentlich entführt. Banion begibt sich auf einen Kreuzzug gegen die Regierung, weil er glaubt, dass diese Kontakt zu Ausserirdischen hat. Diesen Kontakt verschweigt die Regierung der Bevölkerung angeblich seit 1947.

Christopher Buckley hat ein amüsantes kleines Buch geschrieben. Es nimmt die Affinität der Amerikaner für Verschwörungstheorien genüsslich aufs Korn. Es spielt mit bitterbösen Blicken auf das Washingtoner Establishment und deren Machtspielchen.

Das Buch hat seine Stärken, aber auch einige Längen. Zwischendurch plätschert es belanglos dahin. Leider schafft Buckley es nicht, die Spannungskurve zu Ende noch einmal stark anzuziehen. Das Buch endet mit einem Happy End - aber irgendwie unbefriedigend. Ob ich es noch einmal lesen würde, weiss ich nicht.

ISBN-13: 978-3442445424

 
[HARDCOVER EINBAND]

Ein schwedischer Gesandter wird im Hamburg des Jahres 1622 ermordet aufgefunden. Er ist ein Opfer des Zerfalls der Hanse. Albrecht Moellendorf, Ratsherr der Hansestadt, muss den Fall aufklären. Hamburgs Handelsbeziehungen zu Schweden stehen auf dem Spiel.

Die Geschichte ist langweilig, öde und völlig uninspiriert. Mindestens fünfmal wird darauf verwiesen, das er nicht ahnte… Das Buch hat mit der Aufklärung des Mordes nur am Rande zu tun. Dabei sind zuviele Zufälle im Spiel.

Die Figuren sind flach, nicht einmal die Hauptperson hat einen Hauch von Tiefe. Einzig die Atmosphäre der Zeit kommt etwas herüber. Aber das reicht halt nicht.

Ich kann das Buch überhaupt nicht empfehlen. Und deswegen sei an dieser Stelle verraten: es kann zum Glück keine Fortsetzung geben.

[BUCHCOVER] Das Buch beginnt furios. In klaren Bildern wird beschrieben, wie eine menschliche Leiche 5 Minuten nach dem Eintritt des Todes beginnt zu zerfallen. Plötzlich fällt der Autor in die Ich-Form. Erzählt wird die Geschichte des forensischen Anthropologen David Hunter. Dieser zieht nach einem schweren Schicksalsschlag in das kleine, friedliche Dorf Manham, um dort als Landarzt zu arbeiten. Eines Tages wird n dem friedlichem Kaff eine stark verweste Leiche gefunden. Anfangs wert sich Hunter noch dagegen in die Ermittlungen hinein gezogen zu werden. Doch dann hilft er dem ermittelnden Beamten.

Die Chemie des Todes ist ein sehr spannendes Buch. Der Spannungsbogen steigt permanent an; ich wurde mitgerissen und habe das Buch regelrecht verschlungen. Dabei ist es nicht abgehoben. Hunter ist kein Supermann, der geniale Schlüsse zieht. Er lebt nicht in einer CSI-Welt, in der die Ermittler sofort alle möglichen Informationen aus allen möglichen Datenbanken bekommen.

Ein klasse Thriller, den ich bedenkenlos empfehlen kann.

ISBN-13: 978-3805208116

[BUCHCOVER] Zunächst einmal eine Warnung: Nichts für schwache Nerven!! Schon gar nichts für Schwangere. Wirklich!!

In diesem Buch sind zwei Handlungen miteinander verbunden, bzw. umgibt die Eine die Andere. Vor dem Haus der Pathologin wird ihre bisher unbekannte Zwillingsschwester mit einem Black Talon Geschoss ermordet. Daraus ergeben sich zwei Fragen: Wer war der Schütze und woher kommt diese Frau?....

Das mal wieder vor Blut triefende Buch befasst sich mit dem Raub ungeborener, aber lebensfähiger Kinder aus dem Mutterleib. Ich würde sagen, ich bin schon hart im nehmen, aber da wurde es selbst für mich sehr mulmig.

Wer also auf Blut und Spannung steht, liegt mit diesem Buch genau richtig. Aber Warnung oben bitte ernst nehmen!!

Von mir erhält das Buch nur 8,5 von 10 möglichen Punkten, weil die Geschichte drum rum zu trivial ist. ;-)

ISBN-13: 978-3442366156

[BUCHCOVER] Das Buch ist schon etwas älter. Gibson hat es 1996 veröffentlicht, 13 Jahre nach Neuromancer. Wie Neuromancer ist es eine Cyberpunk-Geschichte. Das Buch kommt dabei nicht um Längen an den grossen Ideengeber einer ganzen Epoche der Science-Fiction-Literatur heran. Zuerst muss der Leser den Technosprech geistig ausblenden. Kevlarummantelte Stahlträger und andere Füllbegriffe sollen wohl Atmosphäre verbreiten, langweilen mich eher.

Die Protagonisten: auch langweilig. Dabei ist die Handlung in zwei Strängen aufgebaut. Auf der einen Seite Laney. Laney ist eine Rechercheur in den weiten des Netzes. Durch ein missglücktest Pharmaexperiement kann er in Datenmengen und ihren Verknüpfungen mehr sehen als andere. Er ist neben Chia, der zweiten Protagonistin, noch die interessantere Figur. Chia ist ein Teenager und Fan der Rockgruppe Lo/Rez… In dem Roman ist Chia mit ihrer weltweiten verzweigten Lo/Rez Fangemeinde die Datenproduzentin für Laneys Auswertungsaktivitäten. Insofern ist die Geschichte im Context des heutigen Social Networkings (Web 2.0) spannend zu lesen.

Leider benötigt Gibson über 250 Seiten, ehe die Geschichte etwas an Spannung gewinnt. Die Idoru tritt in Erscheinung, eine KI-Wesen, welches der Sänger Rez heiraten will. Um Recherechen über diese Verbindung anzustellen, ist Chia aus Seattle nach Tokio gereits. Sie lernt dabei Menschen kennen, die ihr Leben hauptsächlich im Netz verbringen. Dabei ein klein wenig Nano-Technologie, zum Beispiel über Nano-Wolkenkratzer, die sich selbst bauen und ständig ihre Fassade ändern. Am Ende kein wirklicher Höhepunkt der Geschichte. Rez und die Idoru…

Das Buch wirkt müde, ideen- und kraftlos. Die übliche Danksagung an die grosse Geduld der Verleger scheint nicht geheuchelt zu sein. Sie liesst sich eher wie eine Entschuldigung. Ich kann das Buch nicht guten Gewissens empfehlen.

ISBN-13: 978-3453173323

[COVER] Zwischendurch kaufe ich Bücher einfach nach aussehen des Covers. Ryu Murakamis «In der Misosuppe» ist so ein Buch. Grell und verwirrend ist das Cover, so wie die Geschichte des Romans. In der Ich-Form erzählt Murakami die Geschichte von Kenji. Kenji ist Fremdenführer in einem Rotlichtviertel Tokios. Er übersetzt für Touristen den Code der glitzernden Neonwelt. Eines Tages wird er von Frank gebucht. Drei Tage, zwischen Weihnachten und Neujahr führt er den Amerikaner zwischen den Amüsierlokalen herum. Ich wurde mitgenommen in eine fremde, komplizierte Welt. Einer Welt, in der komplizierte Rituale die Oberflächlichkeit der Gesellschaft übertünchen.

Kenji ist ein Produkt dieer Gesellschaft. Als Leser bekam ich den Eindruck, dass er seine Kunden verachtet. Sie bezahlen ihn für seine Dienstleistungen und er ist nicht mehr als die Aufreisser und Nutten, denen er die Kunden zuführt. Seine Collness bekommt Risse, als ein paar scheinbar unzusammenhängende Ereignisse eintreten. Schnell hat er Frank im Verdacht. Und tatsächlich sieht er am 2. Tag in den Abgrund der menschlichen Psyche. Hart und erbarmungslos.

Zentral für mich der Absatz:

Maki hatte ein Louis-Vuitton-Täschchen bei sich. Frauen wie sie umgeben sich oft mit Markenprodukten, denn sie sind nicht in der Lage zu erkennen, was geschmackvoll ist und was nicht. Sie sparen sich einfach die Mühe, einen Sinn dafür zu entwickeln, indem sie ausschließlich auf Chanel, Prada und andere große Namen zurückgreifen.

Die knapp 200 Seiten sind schnell durchgelesen. Sie fesselten mich von der ersten bis zur letzten Seite. Sehr zu empfehlen.

ISBN: 3-462-03733-1

Ein wunderbares Buch für lange, kalte Abende!

In meinem Fall kann ich sogar sagen, dass Preis-Leistungsverhältnis entspricht sich nicht. Denn ich habe dieses tolle Buch supergünstig von einem Wühltisch im Baumarkt erstanden!

Kurz zur Geschichte: Irische Familie wandert nach Australien aus. Tochter muß zurück nach Irland und das B&B ihrer verstorbenen Tante wieder in Schwung bringen. Die Liebe spielt natürlich eine große Rolle, aber dazu soll nicht mehr verraten werden. Offensichtlich, aber schön! Nicht zu schnulzig und mit witzigen Einwürfen der Hauptperson versehen (die ich immer nachvollziehen konnte).

Außerdem liebe ich diesen Schreibstil, der einem im Kopf hängen bleibt. Man kann dann so schön die Geschichte weiter denken und träumen. Hmmmmmmmm.

10 von 10 möglichen Punkten!

In diesem Buch geht es um einen jungen Mann, der auf der Suche nach seinem persönlichen Schatz ist.

Ich kannte bereits Coelhos Buch: "Auf dem Jakobsweg" und fand es etwas abgefahren. Als ich dann mal in das Hörbuch "Handbuch des Kriegers des Lichts" hineinhörte, wurde mir übel. Du sollst,... Du sollst nicht......Ständig diese Verhaltensregeln. Und jetzt ging dieses Buch (leider) auch in die Richtung von Lebenswegberatern und so.

Da auch ich eine halbwegs katholische Erziehung genossen habe, kam mir vieles sehr bekannt vor. Aber ganz ehrlich gesagt: Mich nervt diese Art des "Du sollst so leben, dann geht es dir besser" Geschreibes.

Aber vielleicht hilft dieser Autor mit seinen Tipps einigen Menschen, die in einer Lebenskrise stecken. Na ja, wenn´s hilft.....

Ich jedenfalls werde kein Buch mehr von ihm in die Hand nehmen. Die Bibel steht bereits hier im Regal!