Phoenix Livestream, Popcorn. Machte meinen Tag. Vorratsdatenspeicherung in jetziger Form gekippt. Bisher angefallene Daten unverzüglich löschen. Oh man, mehr als erwartet. Was für eine Klatsche für den Bundestag. Was für eine Klatsche für die Regierenden.
Mal sehn was jetzt kommt. Denn gespeichert werden darf grundsätzlich.
Nachtrag: Inzischen ist Ernüchertung eingekehrt. Das Urteil ist mitnichten ein Sieg der Bürgerrechte. Es ist vielmehr ein Pyrrhussieg. Meiner Interpretation nach wirklich ein Grundsatzurteil, denn das Verfassungsgericht verabschiedet sich vom Grundsatz der Datensparsamkeit. Allein der Zugriff auf die Daten soll möglichst sparsam erfolgen. Wie sowas in der Praxis aussieht kann bei der Kontodatenabfrage begutachtet werden. Das werden Jahr für Jahr mehr Abfragen. Dies ist eine Abkehr vom Volkszählungsurteil. Auch der Grundsatz des Richtervorbehalts ist das Papier nicht wert. Praktisch ist der Richtervorbehalt bei Blutalkoholuntersuchungen oder Wohnungsdurchsuchungen nur eine Formalie. Ähnlich wird es auch jetzt bei den Datenbergen kommen. Alleine das Vorhandensein eines solchen Datenberges lässt Begehrlichkeiten wachsen.Das Urteil ist eine Klatsche für die Bürgerrechte. Der Souverän wird bis zum Beweis seiner Unschuld unter Generalverdacht stellen. Widerlich.
In der EU ist es ja nicht so, dass Datenschutz keinen Stellenwert hat. Da scheint sich eine Richtlinie anzubahnen, dass jedes Cookie vom Benutzer explizit erlaubt werden muss. Aus Gründen des Datenschutzes. Gleichzeitig werden sämtliche Daten über Kontobewegungen in die USA verschachert. Terrorjagd heisst es dort. Oder, kurz übersetzt, du und ich, wir sind für die EU Terroristen.
Ich bin gespannt wie die neue Justizministerin dem interessierten Wahlvolk die Entscheidung dann verkauft.
Wenn gegen §212 StGB verstossen wird, um das Land vor so einem Politiker zu schützen, dann kann das in Kauf genommen werden?
Das Zensurgesetz wurde mit den Stimmen der SPD durch den Bundestag gepeitscht und beschlossen. Die Verräterpartei SPD hat dadurch bei mir den letzten Rest an Respekt verloren. Für mich, vollkommen unwählbar geworden der Verein.
Besonders schlimm wird es aber im Nachhinein. Wenn einige Mitglieder des Bundestages versuchen ihre Entscheidung zur Begründen oder ihre Nichtentscheidung zu revidieren. Dann wird es zum Polittheater, Kategory Comedy, Unterkategorie Volksverarsche.
Da entblödet sich sich die SPD Abgeordnete Elke Ferner nicht mit dem folgeden Zitat an die Öffentlichkeit zugehen:
Ich sehe es als meine Pflicht als Abgeordnete an, solche weitgehenden, intransparenten und verfassungsrechtlich schlicht unzulässige Verträgen zu Lasten Dritter durch eine gesetzliche Grundlage abzuschwächen und ihre negative Wirkung zu reduzieren.
Für wie grenzdebil hält die Abgeordenete Ferner ihre Wähler. Glaubt sie wirklich, dass die Wähler diesen rethorischen Schwachsinn schlucken. Das sie ihr abnehmen das verfassungsrechtlich schlicht unzulässige Verträge
durch ein Gesetz, welches die Gleichen Auswirkungen hat, besser werden? Und sie auch noch zustimmt?
Auch nicht besser die Südhessen-SPD. Immerhin politische Heimat von Bundesjustizminsterin Brigitte Zypries. Frau Zypries glänzte bei der entscheidenden Debatte immerhin durch komplette Abwesenheit. Dieser Südhessen Bezirk hat eine Arbeitsgruppe zum Thema eingerichtet der auch Justizminsterin Zypries angehört. Hute glänzt er mit der Mitteilung, das höchstwahrscheinlich grundgesetzwidrige
Gesetz zurück zu nehmen.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine Ministerin, die sich in der Bundesregierung nicht gegen das Gesetz ausspricht und die als Abgeordnete nicht zur Abstimmung geht, fordert nun als Mitglied der südhessischen SPD die Rückgängigmachung des Gesetzes? Ist das jetzt endgültig Polit-Comedy?
Vor Jahren hatte ich Besuch von den Zeugen Jehovas. Sie klingelten und wollten mir was aus der Genesis erzählen. Ich winkte ab. Die Genesis ist ein Märchen. Wie, so fragte ich, kann es sein, dass Kain gezeichnet wird, damit ihn die anderen Menschen nicht töten. Wo kommen die anderen Menschen her? Nein, antworteten sie mir, dass müsse ich anders interpretieren…
Nein, muss ich nicht.
Heute spielen klassische Religionen keine zentrale Rolle mehr in unserem Leben. Wir können sie interpretieren wie wir wollen. Ein vierstellige Anzahl an religiösen christlichen Sekten deutet ihr Buch, die Bibel, unterschiedlich. Dabei kann nur eine Interpretation richtig sein. Welche dies aber ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Heute zumeist friedlich. Religionskriege sind gerade nicht gross in Mode.
Taxonomien
Taxonomien sind Klassifikations-Systeme für Gegenstände und/oder Ideen. Taxonomien sind dabei zumeist hierarchisch geordnet. Mehrere Begriffe werden durch einen Oberbegriff abstrakter zusammen gefasst. Beispiel: Auto und Fahrrad sind Unterbegriffe von Fortbewegungsmittel.
Das Recht als Religion
Gesetze sind die moderne Form der kodifizierten religiösen Regeln. In der Bibel die 10 Gebote, im BGB über zwei Zehnerpotenzen Regeln mehr. Hinzu kommen einige hundertausend weitere Paragrafen in den unterschiedlichsten Gesetzen und Verordnungen. Über diese Regeln wachen Juristen, die Priester des Rechts. Wie bei Religionen kann der Laie das Regelwerk auch nicht mehr durchschauen. Er muss sich Fachleute kaufen, die ihn beraten und für ihn vor den höchsten Autoritäten des Rechts, den Gerichten sprechen.
Das Recht und Religion verwandt sind belegt auch römische Juristenweisheit «vor Gericht und auf hoher See sind wir allein in Gottes Hand».
Problem der Interpretation
Am Beispiel von Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Der Begriff der Zensur bezeichnet dabei ein Verfahren um Inhalte zu kontrollieren. Dabei wird unterschieden zwischen Vor- und Nachzensur. Eine klassische taxonomische Klassifizierung. Das Problem: in der Rechtswissenschaft in diesem Land wird beim Zensurbegriff des Artikel 5 von Nachzensur ausgegangen. Nachzensur bedeutet, das jeder seine Meinung frei zum Ausdruck bringen darf. Er kann aber nachträglich zur Verantwortung gezogen werden, wenn er dabei gegen Gesetze verstösst.
Die Priester des Rechts interpretieren den Oberbegriff Zensur – mit seiner klaren Aussage – um in einen seiner Unterbegriffe. Auf Fortbewegungsmittel angewendet: Fortbewegungsmittel sind Fahrräder aber keine Autos. Logisch ist das nicht, aber das müssen Religionen auch nicht sein.
Mein Problem
Klassische Religionen kann ich ignorieren. Ich kann die Interpretationen der Religionsgelehrten ausblenden und mir meine eigene Interpretation machen — weswegen ich die Bibel und den Koran als zutiefst aggressive und gewalttätige Bücher betrachte.
Beim Recht in diesem Land kann ich das nicht. Ich muss mich ihm unterwerfen. Ich bin als Laien den Priestern des Rechts ausgeliefert. Als Atheist bin ich der Religion Recht hilflos ausgeliefert. Ich habe nicht die Freiheit das Recht zu ignorieren. Ich habe nicht die Macht das Recht zu ändern – höchstens durch Revolution. Die Macht das Recht zu ändern haben nur die Juristen, die das Recht so komplex gemacht haben, dass nur noch sie es beherrschen. Auch hier eine Parallele zu den meisten religiösen Gruppierungen: Die Priester machen die Regeln, die Laien haben zu akzeptieren.
Zuerst einmal ein Dilemma nur für mich.
Fazit
Wenn dir beim nächsten Mal jemand sagt, Artikel 5 meint die Nachzensur, zeig ihm den Stinkefinger, inter pre tie re selbst.
Von einem Millionenmarkt sprach Zensursula von der Leyen in Zusammenhang mit Kinderpornografie. Aus eine Kleinen Anfrage an die Bundesregierung:
Frage: Auf welche Datengrundlage stützt sich die Bundesregierung bei der Einschätzung des kommerziellen Marktes für Kinderpornographie in Deutschland?
Antwort: Die Bundesregierung verfügt über keine detaillierte Einschätzung des kommerziellen Marktes für Kinderpornographie in Deutschland.
Zwei Debattenbeiträge zur Zensur im Internet. Der eine von Dieter Wiefelspütz (SPD), dessen herablassende Arroganz und Inkompetenz Petronella bereits ausreichend gewürdigt hat. Er gibt – laut einer AFP Meldung folgendes zum Besten:
Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden. Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt.
Zumindest ist Wiefelspütz ehrlich. Auch wenn er wieder das unsinnige Argument des Internets als rechtsfreien Raum bemüht. Das Zitat gibt die Richtung vor: es geht darum das deutsche Internet sauber zu halten. Frei von schädlichem Einfluss. Zensur von Internetseiten auch zu unserer eigenen Sicherheit. Schönen Gruss von Erich.
Subtiler ist da schon das Zitat von Zensur vom CDU Bosbach:
Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät.
Die Salamitaktik wunderbar in schöne, runterkochende Worte verpackt. Und doch politiksprechmässig schon mal drauf hinweisen: wenn's dann durchgesetzt ist, dann werden andere Seiten aufgezogen. Dann muss die Debatte noch mal gestartet werden. Ob es nicht auch sinnvoll sein kann eine Partei mit Stasivergangenheit im Internet zu zensieren? Immerhin wird sie ja vom Verfassungsschutz beobachtet. Jenem Verfassungsschutz der Wolfgang Schäuble und die CDU mit ihrer Stasigegenwart nicht beobachtet. Obwohl die weitaus schlimmer für unsere Verfassung sind als Die Linke, die sowieso keine Macht hat.
Aktueller Mitzeichner Stand: 111027 Unterschriften
Nachtrag: Wiefelspütz dementiert Zeitungsbericht über angebliche Ausweitung von Internetsperren. Wobei ich bei dem Abgeordnetenwatch Beitrag über das Keine Silbe ist von mir autorisiert
gestolpert bin. Fürchterlich dieser Kontrollwahn durch Autorisierungen von Interviews.
Quelle Icon: Wurstblog
Quelle Jolly Roger: Wikipedia
Weitere Zensurmassnahmen gefordert. Natürlich nur zum Schutz der Kinder. Natürlich.
Mit einem sehr schönen Video zum Rumzeigen.
Wie kann eine Verfassung als Erfolgsmodell gefeiert werden, wenn eine Grundgesetzänderung für gemeinsame IT-Beschaffung von Bund und Ländern durchgeführt werden muss. Eine solche Verfassung ist eine Fehlkonstruktion.
So viele digitale Unterschriften hat aktuell die Petition Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten. 50.000 Unterschriften braucht es, damit sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit dem Thema befassen muss. 6 Wochen kann unterschrieben werden. Die Petition selbst ist seit 3 Tagen online. Wow
Der Souverän zwingt also seine Vertreter sich mit dem Thema ernsthafter zu beschäftigen und nicht einfach sinnleere Sprechblasen wieder zu käuen. Hierdurch zeichnen sich gerade die Abgeordneten der Großen Koalition aus. Ohne einen Funken Verstand wird wird dort unlogisches Kauder-welsch von sich gegeben. Besonders hirnerweichend die Sprechblasen des Abgeordneten Thul von der CDU, die hier köstlich zerlegt und kommentiert werden.
Update: Gotcha 51290
Schach simuliert eine Tötungshandlung und wird demnächst verboten. Und Jugger sind nahezu gemeingefährlich. Auch verbieten.
Als nächstes wird auch Skat verboten. Schliesslich kann dort gestochen werden. Irgendwie haben diese Innenpolitiker alle einen grossen, ebenfalls gemeinwohlgefährlichen Schatten.
Nachtrag: Müssen wir uns jetzt auch Gedanken über Schiessbuden auf Volksfesten machen?
- Das perverse an Zensur ist, dass in den Augen der Zensierenden die Zensierten alle Verbrecher sind – wenn sie sich die Zensur nicht gefallen lassen. So auch ich. Ich bin ein abstrakt
schwer Pädokrimineller
. Oder so. - Einige fordern das Richter die Liste erstellen – zumindest kontrollieren. Aber was ist damit gewonnen? Strafverfahren sind öffentlich, damit der Souverän die Gerichte kontrollieren kann. Die Natur der Zensur verbietet solche Öffentlichkeit. Wieso aber soll ich Richtern trauen?
- Auch der indirekte Zugang zu zensierten Informationen fällt unter die Zensurbestimmungen des aktuellen Gesetzentwurfs. Wenn diese Seite also irgendwann durch Bundesursels Zensurbestimmungen ein Stoppschild aufweisst, dann liegt das an diesem Eintrag. Ich kann das auch nicht verhindern. Und dank Whois bekommt jeder heraus wer die Domain betreibt. Ich bin also auf Gedeih und Verderb dem BKA ausgeliefert und werde als Kinderpornograph gebrandmarkt. Das BKA als Richter, Ankläger und Henker. Das BKA, das auch schon mal Beweise fälscht, wenn sonst gerade keine vorhanden sind. So sieht Gewaltenteilung anno 2009 in den Augen von Schäuble, Zypries und von der Leyen aus.
- Versucht ihr heraus zu finden, ob sich hinter dieser Domain wirklich Kinderpornos verbergen, lasst es lieber. Denn das BKA kann die Log-Daten anfordern. Und dann müsst ihr beweisen, dass ihr keine Kinderpornos gesucht habt. Wie das funktionieren soll ist mir schleierhaft.
- Die Umgehung der Netzsperren ist simpel. Klar geht es Ursula von der Leyen nicht um die Kinder. Es geht um Wahlkampf. Tiere und Kinder gehen immer. Aber weil sich die Sperren leicht umgehen lassen, ist völlig klar, dass der jetzige Schritt nur der erste Schritt in der üblichen Salamietaktik ist. Als nächstes wird erkann: die Sperren bringen nichts, es muss was schärfers her. Erst dann geht es richtig los mit der Zensur. Das jetzt ist nur das Vorspiel.
- Wie werden eigentlich die finanziellen Transaktionen abgewickelt, bei dem täglich Millionen
ErosEuro mit Kinderpornographie umgesetzt werden? Mit Bad Banks? - Das Lügengebäude der Ursula von der Leyen ist inzwischen so gross wie das Celler Loch ihres Vaters. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Zugegeben, der Titel hinkt etwas. Aber in der Debatte um Kinderpronographie agiert 's Bundesursel wie einst W. beim Irakkrieg. Keine Beweise, nix Wirkliches vorzuweisen, die Lüge aber solange wiederholen, bis sie geglaubt wird – oder ihr Ziel sonstwie erreicht. Lutz Donnerhacke hat Zenursulas Lügen einmal seziert.
Für Ladendiebstahl gibt es im schlimmsten Fall 5 Jahre. Für Kinderpornographie maximal 3 Jahre. Das Bundeskabinett hat heute einen Grundrechtseinschnitt für ein Bagatelldelikt auf den Weg gebracht. Aber sowas ist ja heutzutage auch nur noch eine Bagatelle.
Die Zeit hat ein wundervolles Lexikon über den Neusprech der Sicherheitspolitik.
Ich bin als Abgeordneter nicht dazu da, zu kontrollieren, ob die Exekutive ihre Arbeit richtig macht.
So kommentierte der CDU-Abgeordneten Thomas Strobl die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, Wahlcomputer in der jetzigen Form nicht zuzulassen.
Ich hoffe, dass so ein Berufsversager bei der nächsten Wahl gefeuert wird.

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